In diesem Artikel möchte ich dir meine Anlagestrategie vorstellen. Wie habe ich mein Depot aufgebaut? Nach welchen Regeln gehe ich vor? Des Weiteren wirst du hier auch immer meine monatlichen Depotupdates finden können.

Depotupdates

Performance Übersicht & Fakten

Kennzahl Wert
Anzahl Positionen 41
Marktwert aktueller Bestand € 26592.49 €
Kursgewinn aktueller Bestand € 3004.85 €
Kursgewinn aktueller Bestand % 11,30 %
Kumulierte Dividende € 288.37 €
Dividendenrendite letzte 12 Monate 0 %
Dividendenrendite persönlich 0 %
Dividendensteigerungsrate auf 5 Jahre 0 %
Dividendensteigerungsrate auf 10 Jahre 0 %

Letztes Update: 16.02.2020. Aufgelegt am 01.08.2018.

Ziel

Mein Ziel ist die langfristig erfolgreiche Geldanlage. Mein Anlagehorizont sind 50+ Jahre.

Hierbei lege ich ebenso Wert auf das Generieren eines langfristigen Nebeneinkommens (durch Dividenden und Zinsen) also auch die best mögliche Rendite (unter angemessenem Risiko).

Der S&P 500 hat über zwischen den Jahren 1926 bis 2018 knapp 10% Rendite pro Jahr gebracht. Inflationsbereinigt ergibt das knapp 7% Real-Rendite pro Jahr.1

Ich bin aktuell Mitte 20 Jahre alt und habe einen sehr langen Anlagehorizont von über 50 Jahren. Bei einer Rendite von 7% wird eine Verdopplung alle 10 Jahre erreicht. Was heute 25.000€ sind, werden in 10 Jahren 50.000€, in 20 Jahren 100.000€ und in 50 Jahren 800.000€ sein. Ohne weitere Einzahlungen. Bei einer Rendite von 7% p.a.

Ohne Inflation ist mein Rendite-Ziel 10% p.a. Ambitioniert, aber ich schaue optimistisch in unsere (nicht nur wirtschaftliche) Zukunft.

MSCI selbst gibt die Renditen seit dem 31.12.1987 für ihre Indizes mit folgenden Werten an: 2
– MSCI World 8,03% p.a.
– MSCI Emerging Markets: 10,48% p.a.
– MSCI All-Country World: 7,95% p.a.

Anlagestrategie

Das wichtigste zuerst: Ich sehe Aktien als Unternehmensbeteiligungen. Durch Investments in Aktien beteilige ich mich an der Wirtschaft und kaufe mir immer wieder kleine Stücke des Kuchens. Wenn das Unternehmen wächst, wird mein Anteil mehr Wert. Wenn die Kurse fallen, dann sind meine Anteile zwar aktuell weniger Wert, aber die Arbeits-  und Ertragskraft, welche dahinter steckt, ändert sich selten von heute auf morgen. ETFs sind für mich ein zusätzlich gut gelungenes Instrument viele Unternehmensanteile gleichzeitig und breit gestreut zu kaufen.

Die Basis meiner Anlagestrategie bietet meine Asset Allocation (Vermögensverteilung zwischen verschiedenen Analgeklassen3). Ich versuche den besten Mittelweg zwischen Risiko und Renditechancen zu treffen, wobei ich auch gerne mal bereit bin etwas mehr Risiko in Kauf zu nehmen. Über meine monatlichen Käufe versuche ich eine Art dauerhaftes Rebalancing in immer zu der gewünschten Verteilung zurückzukehren. Meine Ziel-Vermögensverteilung ist in der Abbildung unten dargestellt.

Den größten Teil meines Depots, nämlich 80%, machen ETFs und Einzelaktien mit je 40% aus. Hierbei stellen die ETFs mein absolutes Basisinvestment dar. Mit ihnen bilde ich den breiten Markt (weit über 1000 Unternehmen) zu extrem niedrigen Gebühren und Transaktionskosten ab. 

Neben den ETFs engagiere ich mich auch im Bereich der Einzelaktien. Ich sehe diesen Teil als mein eigenes Investmentunternehmen bzw. meinen eigenen ETF an. Ich rate ausdrücklich nur Anlegern, welche Spaß daran haben sich direkt an Unternehmen zu beteiligen, sich in diesem Bereich zu engagieren. Es macht verglichen mit ETFs extrem viel Arbeit und steht wahrscheinlich in keinem Verhältnis zu den Ergebnissen und Renditen, welche man mit reinem Buy-And-Hold von ETFs erziehlen kann. Argumente wie „niedrigere Verwaltungsgebühren“ oder „geringeres Risiko“, da man sich direkt an Unternehmen beteiligt und diese nicht in einer Hülle kauft, spielen für mich nahezu keine Rolle. Ich schätze die Risiken als auch die Vorteile als sehr gering ein. 

Natürlich misst man sich als Einzelaktionär immer mit einem Vergleichindex und versucht auch  diesen zu schlagen. Viele Studien haben allerdings gezeigt, dass dies nur extrem Wenigen über lange Zeit gewinnt. Bisher schaut dieser Vergleich bei mir ganz gut aus, mal schauen ob ich meine Überrendite auf Dauer aufrechterhalten kann.

Da ich ein noch sehr junger Anleger bin und einen Anlagehorizont von über 50 Jahren habe, besteht mein risikoarmer beziehungsweise risikoloser Portfolioanteil lediglich aus dem 10% Cashanteil. Meiner Meinung nach sollte Jeder Einzelaktienanleger für alle Fälle etwas Pulver bereithalten, um bei besonderen Ereignissen schnell reagieren zu können. Meistens werden das Nachkäufe sein, aber gleichzeitig sinkt auch die Volatilität auf das Gesamtdepot bezogen. Ich kann damit auf jeden Fall Nachts gut schalfen. 

Verteilung nach Regionen

Übergewichtung der USA - S&P 500 vs. MSCI World

Die Verteilung nach Regionen liegt bei meinen Investments Schwerpunktmäßig auf den USA. Hauptsächlich durch meine große S&P 500 Position. Diese ersetzen mehr oder weniger das, was bei sehr vielen Anlegern der MSCI World ist. Der MSCI World ist mir persönlich etwas zu undurchsichtig. Man hat meiner Meinung nach „die Katze im Sack“. Es sind dort einige Länder enthalten, welche weder anlegerfreundlich noch demokratisch sind. Irgendwie kann ich mich nicht begeistern teilweise in korrupten oder sozialistischen Staaten engagiert zu sein. Selbstverständlich bieten diese Staaten mit teils lächerlich günstigen Bewertungen einige Chancen, aber mit den weltweit tätigen Unternehmen aus den USA fühle ich mich einfach wohler.

Jonathan Neuscheler hat auf seinem Blog AlleAktien.de meiner Meinung nach auch einen sehr treffenden Artikel geschrieben: USA Aktien-Markt überbewertet? Aus diesen Gründen werde ich USA-Aktien weiterhin übergewichten. Hier erwähnt er unter anderem die Vorteile, welche die USA durch ihre Geografische Lage (mit Mexiko und Kanada friedliche Nachbarn), Universitäten und Innovationskraft hat (die USA verfügt über die weltweit besten Universitäten4. Diese sind Magnet für die höchstgebildeten Menschen weltweit. Durch die Mentalität ist man viel mehr bereit Risiken einzugehen und neu zu starten. Das zieht Risikokapitalgeber an und fördert die Innovationsfreudigkeit). Wirtschaftlich hat die USA eine sehr starke Binnenwirtschaft. Gerade  im Vergleich mit beispielsweise Deutschland. Dadurch sind sie viel weniger von der Weltwirtschaft abhängig, was ich als Vorteil gerade bezüglich der Risiken sehe. Zuguter letzt finde ich die Demografie noch erwähnenswert: das Bevölkerungswachstum der USA ist intakt. Das zeigt auch die Grafik anbei von Statista 5. Verglichen mit anderen großen Volkswirtschaften wie Deutschland oder Japan ist das nicht selbstverständlich.

Emerging Markets (Schwellenländer)

Die Schwellenländer decke ich klassischerweise über einen MSCI Emerging Markets ETF ab. Ich sehe hier mittel- und langfristig große Chancen, dass die noch ärmeren Länder immer mehr aufholen werden. Mit steigendem Wohlstand werden die Lebensstandards und auch die Konsumausgaben steigen. Somit denke ich, dass es hier trotz allen Risiken starkes Wachstum geben wird. Gerade wenn es gelingt dort über Bildung „alle Menschen mehr ins Boot zu holen“, Ausbeutung zu verhindern und Korruption in den Griff zu kriegen.

Des Weiteren besitze ich noch einen Schwellenländer ETF, welcher in Dividenenwerte investiert. Ich schätze die regelmäßigen Zahlungen sehr. Hier ist es oft sehr schwer gute Auswahlkriterien zu finden, um keine Dividendenrenditen-Fallen (Unternehmen, welche eine hohe Rendite haben, aber kurz davor stehen die Dividende zu kürzen oder zu streichen) ins Depot zu kriegen. Der Invesco MSIC EM High Dividend Low Volatility setzt neben der hohen Dividendenrendite auf den Low Volatility (niedrige Volatilität Faktor). Das hat in der Vergangenheit sehr gut funktioniert. Eine Ausschüttungsrendite von um die 5% bei niedriger Volatilität und einem breit aufgestellten ETF (Anfang 2020 sind 93 Positionen im ETF) gefällt mir sehr gut.

Die Verteilung nach Regionen spielt für mich auf auch bei den Einzelwerten eher eine untergeordnete Rolle. Viele Unternehmen sind weltweit tätig, somit ist meiner Meinung nach eine genaue Trennung nur sehr schwer möglich.

Ich lege viel Wert auf starke Marken und Wettbewerbsvorteile einzelner Unternehmen, das Herkunftsland spielt für mich hauptsächlich bezüglich der Quellensteuer (je weniger desto besser) und der Währungsdiversifikation eine Rolle.

Auch bei den Einzelwerten gewichte ich die USA leicht über. Die Vorteile, welche ich bereits bei der Branchenverteilung der ETFs genannt habe, sprechen auch hier deutlich für die USA. Die aktuelle Gewichtung liegt bei knapp 60%. Damit fühle ich mich sehr wohl.

30-35% teilen sich auf knapp 5% Developed Asia (aktuell nur Japan) und auf um die 30% Europa (hauptsächlich Deutschland, UK, Spanien und Frankreich).

Den Schwellenländer-Anteil (die übrigen 5-10%) decke ich bis auf zwei direkte Investments (Alibaba und Tencent) indirekt ab. Die meisten Werte, in welche ich investiere, sind global tätig. Oft haben sie viele Standorte in den Schwellenländern und profitieren durch diese indirekt von dem dortigen Wachstum. Ich bin nicht generell von Investments in Schwellenländer-Werte abgeneigt, allerdings passen sie oft nicht in mein Beuteschema (mehr dazu im Kapitel der Wachstums- & Dividendenwerten).

Verteilung nach Branchen

Bei der Brancengewichtung meiner ETFs verfolge ich tatsächlich einen Recht passiven Einsatz und akzeptiere die Branchengewichtugen der ETFs weitestgehen so, wie sie bereits sind.

Einzig und allein in Immobilien investiere ich noch zusätzlich über den iShares Developed Markets Property Yield um die Gewichtung von Immobilein etwas zu erhöhen. Durch diesen ETF kann ich mich im Bereich Immobilien etwas mehr engagieren, ohne mir einen Risiken Klumpen (durch ein Direktinvestment in z.B. eine kleine Wohnung) oder einzelne Unternehmen in dem Bereich auswählen zu müssen. Hier Unterschiede zwischen verschiedenen Immobilienkonzernen zu finden fällt mir sehr schwer. Mit dem ETF fühle ich mich sehr wohl.

Mein Aktiendepot teile ich in die 11 GICS Branchen auf. Die Zielverteilung, auf welche ich durch meinte monatlichen Käufe immer wieder zurückkehren möchte, ist in der folgenden Tabelle dargestellt.
Branche Verteilung-Soll
IT 32%
Gesundheitswesen 10%
Immobilien 10%
Finanzwesen 10%
Nicht-Basiskonsumgüter 7,5%
Basiskonsumgüter 7,5%
Telekommunikation 3%
Industrie 5%
Versorger 5%
Energie 5%
Roh-, Hilfs- & Betriebsstoffe 5%

Exchange Traded Funds

In diesem Abschnitt beschreibe ich meine ETFs Investments. Denn neben der Regionen- und Branchenverteilung  achte ich noch auf Faktorprämien.

Faktorprämien - Value und Smallcap

Um trotzdem weltweit engagiert zu sein und nicht alles auf die USA zu setzen habe nutze ich die beiden Faktorprämien Small Cap und Value über entsprechende ETFs abgedeckt. (MSCI World Small Cap bzw. MSCI World Value).

Falls du nicht weißt, was Faktorprämien genau sind empfehle ich dir den Artikel von Gerd Kommer auf seiner eigenen Webseite: Gerd Kommer: Factor Investing – die Basics. Ich finde er hat das dort (und auch in seinem Buch: Souverän Investieren) sehr treffend und ausführlich beschrieben. 

Am besten gefällt mir am Factor Investing, dass wissenschaftlich fundierte Studien nachgewiesen haben, dass es funktioniert. Es zeichnet nicht einfach Jemand bunte Linien in einen Chart und behauptet damit kann eine Überrendite erzielt werden.

Aktuelle Sparpläne

Sparpläne Januar 2020

  • S&P 500: 200€
  • MSCI Emerging Markets: 100€
  • Developed Markets Property Yield: 50€
  • MSCI World Value Factor: 25€
  • MSCI World Small Cap: 25€
  • Invesco High Dividend Low Volatility: 50€
ETF Sparplan Wert Branche
Vanguard S&P500 200,00 € ETF
iShs MSCI EM 100,00 € ETF
iShs Dev Mrkt Prop Yield 50,00 € ETF
iShs MSCI World Small Cap 25,00 € ETF
iShs MSCI World Small Value 25,00 € ETF

Einzelaktien

Verteilung Dividenden- & Wachstumswerte

Ich schätze passives Einkommen bzw. den regelmäßigen Cashflow aus Dividendenwerten sehr. Trotzdem kann ich mich auch gerade für viele Wachstumsstarke Werte begeistern. welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten ich bei der Auswahl der Titel anwende, beschreibe ich im folgenden Abschnitt.

Meine Einzelaktien-Verteilung besteht zu je 50% aus Dividenden- als auch aus Wachstumswerten. Das ist für mich eine gute Mischung mit welcher ich aktuell sehr gut schlafen kann. 

Auswahlkriterien

Um meine Ziele zu erreichen, schaue ich nach börsennotierten Unternehmen, welche die folgenden Kriterien erfüllen:

– verständliches Geschäftsmodell
– Burggraben durch unangefochtene Marktführerschaft bzw. geringe Konkurrenz. Monopolartige Strukturen sind wünschenswert.
– Nachhaltige langfristig denkende Unternehmensführung
– Marktkapitalisierung im Milliardenbereich
– langfristig steigende Gewinne, Cashflows und Umsätze
– hohe Gewinnmargen im Branchenvergleich

Auswahlkriterien Dividendenwerte

Bei den Dividendenwerten schaue ich mir zusätzlich ein paar weitere Kriterien an: eine langjährige Dividendenhistorie und klares Bekenntnis zu Dividendenzahlungen, das Dividendenwachstum,  die Ausschüttungsquote und natürlich auch die Dividendenrendite sind die wichtigsten Kriterien.

Hierbei ist das „magische Vierecke“ der Dividendenstrategie von Christian Röhl (Dividendenadel) ist für die Auswahl meiner Dividendenwerte eine gute Hilfe. Mehr dazu schrieb Christian Röhl in seinem Buch „Cool bleiben und Dividenden kassieren“.

Auswahlkriterien Wachstumswerte

Wenn ich bei einem Unternehmen das Geschäftsmodell verstehe, das Unternehmen einen guten Burggraben besitzt und mir die Unternehmensführung zusagt, dann schaue ich mir auch dort die fundamentalen Zahlen genauer an. Auch wenn keine Dividende gezahlt wird. Bei den Fundamentaldaten achte ich besonders auf langfristig steigende Gewinne, Cashflows und Umsätze, sowie auf hohe Gewinnmargen im Branchenvergleich. 

Wenn die Bewertung im Rahmen ist und das Gewinn-/Cashflow-Wachstum deutlich über 10% liegt, dann wird es interessant für mich.

Aktuelle Sparpläne

US Wert Branche
JNJ 50,00 € Gesundheitswesen
Disney 50,00 € Telekommunikation
McDonalds 35,00 € Nicht-
Basiskonsumgüter
Union Pacific 50,00 € Industrie
Berkshire Hathaway 50,00 € Finanzwesen
US IT Wert Branche
Microsoft 50,00 € IT
Amazon 50,00 € IT
Nvidia 50,00 € IT
Mastercard 25,00 € Finanzwesen
Visa 25,00 € Finanzwesen
Alphabet 50,00 € IT
EU Wert Branche
Fresenius 50,00 € Gesundheitswesen
Henkel 50,00 € Basiskonsumgüter
LVMH 50,00 € Nicht-Basiskonsumgüter
Royal Dutch 50,00 € Energie

Rohstoffe

Von Rohstoffen halte ich aktuell nichts. Außer Abstand. 

Rohstoffe an sich produzieren nichts, werfen nichts ab und schaffen der Gesellschaft keinen Mehrwert. Der einzige Wert von Rohstoffen ist der Wert, den wir ihnen zuweisen (was allerdings zugegebenermaßen in den letzten 2000 Jahren ganz gut funktioniert hat).

Unternehmen, welche Rohstoffe fördern und mit Ihnen arbeiten gefallen mir da allerdings besser, wie z.B. Shell oder Rio Tinto.

Weitere Fragen?

Falls du Fragen zu meiner Strategie hast kannst du sie gerne in die Kommentare schreiben. Ich würde mich darüber sehr freuen. Häufig gestellte Fragen werde ich dann auch in mein FAQ auf meiner Über mich-Seite aufnehmen.