Aktien-Analyse DBS Group - Die beste Bank der Welt?

  • Die DBS – bis 2003 „The Development Bank of Singapore Limited“ – ist in 18 Ländern in über 50 Städten tätig und betreibt 1.100 Bankautomaten.
  • Mit einer Marktkapitalisierung von knapp über $30 Mrd. USD ist sie eine mittelgroße Bank. Sie ist vor allem in Süd-Ost-Asien tätig.
  • In diesem Artikel werde ich darlegen, warum es sich bei der DBS Bank um die am besten aufgestellte Bank der Welt handelt, welche aktuell zu einem fairen Preis zu haben ist.
  • Folgende Auszeichnungen geben einen Überblick, dass ich mit dieser Meinung nicht allein bin:

Ich werde in dem Artikel vermehrt auf die Toronto-Dominion Bank (TD) aus Canada und JP Morgan Chase (JPM) aus den USA eingehen. Meiner Einschätzung nach sind das die besten Konkurrenten, wenn man auf der Suche nach einem Investment in dem Bankensektor ist.

Das ist meine erste Aktienanalyse im Bankbereich. Nachdem ich mir die letzten Tage intensiv über den Bankensektor Gedanken gemacht habe und so begeistert von der DBS war (und bin), habe ich mich dazu entschiede diese in diesem Beitrag ausführlich zu analysieren.

Disclaimer

Dennoch handelt es sich bei diesem Artikel nur um einen journalistischen Beitrag und meine eigene Meinung. Auch wenn alle Daten nach bestem Wissen und Gewissen rausgesucht sind, übernehme ich weder Haftung noch Gewähr. Der Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser muss sich vor einem Investment seine eigenen Gedanken und Überlegungen machen.

Der Bankensektor

Banken stehen im Zentrum der Wirtschaft und sind von entscheidender Bedeutung, wenn es um den Erhalt des Geldflusses geht. Sie nehmen Geld/Einlagen entgegen und stellen Darlehen bereit.

In den letzten 10 Jahren seit der globalen Finanzkrise haben viele Banken daran gearbeitet ihre Bilanzen zu verbessern, ihre Strukturen effizienter zu machen und diverse Rechtsstreitigkeiten zu beseitigen.

Folgende Tabelle soll eine kleine Einschätzung darüber geben, wie groß das verwaltete Vermögen der DBS ist. Die Größe sagt meiner Meinung nach nichts darüber aus, ob die Bank sicher oder weniger sicher bzw. ein gutes oder schlechtes Investment ist.

Die DBS ist nach dem verwalteten Vermögen (laut diesem S&P Bericht) Platz 68 der größten Banken der Welt. Auch wenn die DBS weniger Vermögen als die Deutsche Bank und Commerzbank verwaltet, sind diese nach der Marktkapitalisierung deutlich kleiner (Marktkapitalisierung 13 Mrd. € und 4,3 Mrd. € bzw. 34 Mrd. USD bei der DBS). JPM Morgan und HSBC bringen es auf über 100 Mrd. USD bzw. knapp 290 Mrd. USD Marktkapitalisierung.

Wie folgende Grafik zeigt, lief der Bankensektor vor der Finanzkrise 2008 vergleichsweise gleichläufig mit dem MSCI World. Es war sogar eine leichte Outperformance drin. In der Finanzkrise wurden die Banken dafür heftig abgestraft. Seitdem hinkt der Sektor hinterher.

Die gefallenen Zinsen spielen dabei eine große Rolle. Zinsen sind für Banken etwa wie der Ölpreis für die Ölindustrie: Steigt der Preis (in dem Fall die Zinsen), so steigt auch der Cashflow. Fällt der Preis, fällt auch der Cashflow. Allerdings steigt auch die Nachfrage nach Darlehen, wenn die Zinsen niedrig sind, was eine geringere Marge zumindest teilweise ausgleichen kann1.

Vielen Banken (außerhalb der EU) gelang es nach der Finanzkrise wieder gutes Geld zu verdienen. Seit 2009 haben sich die US-Banken im Wert vervierfacht.

Im Durchschnitt liegt das Kurs/Buchwert-Verhältnis bei 0,55 – ein brutales Misstrauensvotum der Märkte, wobei die Deutsche Bank (0,26) und die Commerzbank (0,25) besonders kritisch gesehen werden.

Die DBS liegt bei 0,9. Es gibt hier also ebenfalls einen kleinen Abschlag auf ihren Buchwert. TD wird mit dem 1,17-fachen und JPM mit dem 1,25-fachen Buchwert bewertet. Ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,25 ist auch der Schnitt der Top 10 amerikanischen Banken (Stand: Ende 2019 2).

Singapur - Where crazy rich asians live?

Bevor ich genauer auf die DBS eingehen werde muss ich ein paar allgemeine Worte zu Singapur verlieren.

Zuerst: Wo liegt Singapur überhaupt? Der Stadtstaat befindet sich der auf der malaysischen Halbinsel, in der Mitte zwischen China und Australien, direkt neben Indonesien, Thailand und Malaysia.

Singapur zählt zu den reichsten Ländern der Welt. Laut Wikipedia liegt Singapur nach dem BIP pro Kopf auf Platz 8 der reichsten Länder der Welt, kaufkraftbereinigt sogar auf Platz 4. Kaufkraftbereinigt liegen ist das BIP pro Kopf in Singapur 101.000 Internationale Dollar. Die USA liegen auf Platz 12 mit gerade einmal 63.000 Internationalen Dollar und Deutschland folgt erst auf Platz 19, mit 52.000 Internationalen Dollar. Der Weltdurchschnitt liegt bei 17.834 Internationalen Dollar. 3

Beim Thema Bildung ist Singapur ebenfalls ganz vorne mit dabei: Sie führen unter anderem die PISA-Studie an. 

Nach der Weltbank ist Singapur das zweitbeste Land um Business zu machen (nach Neuseeland, Ease of doing business index 4. Zum Vergleich: Die USA ist auf Platz 6, Deutschland auf Platz 22).

Auch bei der Digitalisierung ist Singapur unglaublich fortschrittlich und gerade Ländern wie z.B. Deutschland um einiges voraus. Nach dem WEF ist Singapur das Land, welches am besten digitalisiert ist 5

Singapur ist eine Art Schweiz Süd-Ost-Asiens. Man ist wirtschaftlich und politisch weitestgehend unabhängig von den anderen Ländern. Freies Denken und geringe Regulierung, sowie politische Stabilität haben zu dem enormen Wachstum der letzten Jahrzehnte beigetragen. Singapur hat sich 1965 von Malaysia abgespalten und wir seitdem von einer Partei regiert.

Des Weiteren ist Singapur für die extreme Sauberkeit bekannt. Es gibt nicht viele Gesetze, aber die vorhandenen werden strikt eingehalten und mit exorbitanten Strafen geahndet. Für Drogen-Besitz/-Handel kann sogar heute noch die Todesstrafe verhängt werden.

Singapur profitiert vom Handel. Der Hafen Singapurs ist nach dem Warenumsatz der zweitgrößte der Welt, nach eigenen Angaben entspricht das mehr als einem Siebtel des weltweiten Containerumschlagdurchsatzes 6. Der globale Handels-/Zollkrieg könnte hier zu enormen Einbrüchen führen. Dieses Risiko kann aber auch eine Chance sein: Wird Ende des Jahres ein gemäßigter US-Präsident gewählt, welcher sich wieder mehr für freien Handel einsetzt, so könnte gerade ein Warenumschlagplatz wie Singapur profitieren.

Wie auch die Schweiz ist Singapur als Steueroase bekannt. Es fließt viel Vermögen ins Land wodurch die Banken hohe Margen in der Vermögensverwaltung erzielen können. Die drei größten Banken machen über 39% des Straits Times Index (STI, Stand 31.12.2019) aus. Der STI umfasst die 30 größten Unternehmen der Singapur Stock Exchange.

Die Währung in Singapur ist der Singapur Dollar (SGD). Ein Singapur Dollar entspricht 0,71 US Dollar bzw. 0,64 Euro (Stand: 01.05.2020). 

Natürlich ist auch die aktuelle Corona-Situation in Singapur zu nennen:

Während man am Anfang der Corona-Krise als Musterland galt, steigen die Fallzahlen dramatisch an. Singapur zählt Ende April zu den asiatischen Ländern mit den höchsten Fallzahlen. Grund dafür sind hauptsächlich die Herbergen für Arbeitsmigranten/Bauarbeiter, meist aus den ärmeren südostasiatischen Ländern. Dort leben oft bis zu 20 Menschen in einem Raum und teilen sich die Sanitäranlagen. Social Distancing ist unmöglich. Aufgrund des hervorragenden Gesundheitssystems gab es trotzdem bisher lediglich 14 Tote (Stand 30.04.2020).

Die DBS Group

Die DBS ist eine der modernsten und digitalisiertesten Banken überhaupt. Sie besitzt das beste Kreditrating in der Asia-Pacific Region („AA-“ und „Aa1“ credit ratings von Standard & Poor’s und Moody’s) und hat dafür auch den Titel „Safest Bank in Asia“ erhalten.

Der Hauptsitz befindet sich im Marina Bay Financial Center in Singapur:

Geschichte

Die DBS wurde 1968 von der Regierung gegründet, um die wirtschaftliche Entwicklung Singapurs voran zu treiben bzw. sicherzustellen. 2003 wurde die Development Bank of Singapore Limited dann in DBS umbenannt, um zu zeigen, dass man auch über Singapur hinaus tätig sein möchte.

Sie ist die größte Bank Südostasiens. In Singapur und Hong Kong ist sie marktdominierend im Consumer Banking, Asset Managment und Aktienhandel, sowie bei der Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung.

Die DBS ist ein Vorreiter im Bereich Digitalisierung. 2006 wurde das Internet Banking eingeführt, direkt mit Zwei-Faktor Authentifizierung. Bereits im April 2010 konnten Kunden ihre Konten auf ihrem Mobiltelefon einsehen. 2013 hatte man bereits 839.000 Kunden im mobilen Banking und 2,4 Millionen Kunden im Internet Banking.

Die DBS bekennt sich ganz klar zum Digital Banking, was man an der oben abgebildeten Titelseite des Jahresberichts für 2017 unschwer erkennen kann.

Global ist die Bank in 18 Ländern tätig. Hauptsächlich in Südostasien, wie folgende Grafik aus dem Geschäftsbericht 2019 zeigt. Die Einnahmen kommen zu 63% aus Singapur, 27% aus Greater China (chinesisches Festland + Hong Kong + Taiwan) und 10% aus dem Rest der Welt.

Geschäftsbereiche

  1. Consumer Banking/ Wealth Management (44%)
    • Klassisches Bankgeschäft, Dienstleistungen für Privatkunden. Zahlen, Sparen, Investieren sowie Kreditkarten und Darlehen. Zu Wealth Management zählt die Vermögensverwaltung der Privatkunden.
    • Das Retail Banking setzt 2019 3,22 Mrd. SGD um, das Wealth Management 3,08 Mrd. SGD. Das Retail Banking ist also minimal größer als das Wealth Management.
    • Insgesamt bedient die Bank 10,8 Mio. Kunden in dem Segment.
  2. Institutional Banking (42%)
    • Der Umsatz im Unternehmensbanking (Corporate Banking), dem Banking mit (sehr) großen Konzernen setzte die DBS letztes Jahr 3,94 Mrd. SGD um.
    • Mit kleineren Unternehmen, SME (Small and Medium Enterprises), setzte die DBS 2,12 Mrd. SGD um.
    • In diesem Geschäftsbereich hat die DBS 240.000 institutionelle Kunden
  3. Treasury Markets (6%)
    • Strukturieren von Wertpapieren / Market-Making und Wertpapier-Handel.
    • Einnahmen aus dem Verkauf an Institutionelle bzw. Private Kunden zählen in die jeweiligen Bereiche selbst mit rein.
  4. Others (8%)

Zinsgeschäft

Banken sind sehr generell sehr abhängig vom Zinsgeschäft. Wie bereits erwähnt, das Öl der Bankenindustrie.

Von den insgesamt 14,5 Mrd. SGD Umsatz der DBS stammen 9,6 Mrd. SGD aus dem Zinsgeschäft. Also gut 2/3. Zum Vergleich: JPM hängt nur die Hälfte der Umsätze an den Zinseinnahmen. D.h. JP Morgan ist breiter aufgestellt und unabhängiger von dem Leitzins der Notenbanken.

Im aktuellen Umfeld erwirtschaftet die DBS beispielsweise eine Nettozinsmarge von 1,89%. Bei TD lag sie beispielsweise 2019 bei 1,96%, also sehr nah bei einander. Die DBS ist somit meiner Meinung nach im Zinsgeschäft gut aufgestellt.

Unternehmen

CEO - Piyush Gupta

Piyush Gupta wurde als eines von drei Kindern in Indien geboren und ist dort aufgewachsen. Er machte in Delhi seinen Bachelor of Arts in Wirtschaft und schloss seine Ausbildung mit einem Diplom in Management ab.

1982, als 22-Jähriger, begann er als Management Trainee bei der Citi-Group in Indien und arbeitete sich von da an immer weiter hoch. Im Jahr 2000 verließ er Citi, um ein Dotcom Startup zu gründen, welches er aber 2001 aufgab und zu Citi zurückkehrte. 2008 wurde er zum CEO der Citibank South East Asia, Australia and New Zealand. 2009 verließ er Citi und wurde CEO der DBS. Seitdem ist er CEO. Ich schätze es sehr, wenn ein CEO bereits so lange im Amt ist. Für mich ist das definitiv ein positives Zeichen.

Er ist sehr von der seiner digitalen Strategie überzeugt und geht davon aus, dass sie der Schlüssel zum Erfolg der DBS wird.

Er wurde bereits mehrfach ausgezeichnet:

  • Best CEO, Singapore (2013, Asia Money und Business Times)
  • Best CEO, Asia Pacific (2013, The Asian Banker)
  • Singapore Business Leader of the Year (2014, CNBC)

    Gupta ist lediglich CEO der DBS. Über den Chairman, Peter Seah, welcher in den Geschäftsberichten ebenfalls sehr präsent ist, kann man kaum öffentliche Informationen finden.

    Aktionärsstruktur

    Größter Aktionär ist „Temasek Holdings“, eine Holding der singapurischen Regierung. Sie halten 29%. Somit hat die Regierung einen großen Einfluss auf die DBS. Das kann sowohl eine Chance als auch ein Risiko sein.

    Ansonsten gibt es keinen nennenswerten Großaktionär. 69% der Aktien befinden sich im Freefloat.

    Akquisitionen

    Bei den Akquisitionen ist die DBS vergleichsweise zurückhaltend. Die letzte große Übernahme fand 1998 statt. Dort wurde die 1877 gegründete POSB Bank für $1,66 Mrd. SGD (ca. $1,2Mrd. USD) übernommen.

    Auch im Geschäftsbericht 2019 berichtet der CFO, dass über die letzte Dekade nur zwei Akquisitionen gemacht wurden. Das komplette Wachstum ist organisch.

    Öffentliche Warnehmung

    Die Vision der DBS ist es nachhaltig zu wirtschaften. Dabei fokussiert sich das Managment insbesondere auf verantwortungsvolles Banking (Responsible banking), verantwortungsvolle Geschäftspraktiken (Responsible business practices) und darauf, einen positiven sozialen Einfluss zu haben (Creating social impact).

    Ich schenke diesen Zielen keine besondere Gewichtung, finde es jedoch positiv, dass sich die DBS so verhält. Aber das erwarte ich im Jahr 2020 auch von einem soliden geführten Unternehmen. Man merkt aber, dass die DBS es ernst mit ihren Zielen nimmt: eine von drei Führungskräften ist eine Frau. Des Weiteren habe ich auch unter den Awards im Bericht 2015 den „Great Workspace Award“ gefunden, welche die DBS 2013 bis 2015 bekommen hat. Also auch bei ihren Mitarbeiten ist sie sehr beliebt.

    Fundamentalanalyse

    Umsatzentwicklung

    Der Umsatz der DBS steigt nahezu linear an. Und dass trotz der Dotcom Blase, der Welt Finanzkrise und der aktuellen Corona-Krise. Nach meinen Rechnungen, basierend auf den Zahlen aus dem Aktienfinder.net beträgt das Umsatzwachstum der letzten 10 Jahre 8,11%. Die DBS berichtet 8,2% jährliches Umsatzwachstum, was ich als Rundungsungenauigkeiten einordne.

    Vergleich mit JP Morgan und Toronto-Dominion

    Bei JP Morgan betrug das Umsatzwachstum die letzten 10 Jahre nur 2,11%, bei TD dagegen sogar 8,53% pro Jahr. Mit den 8,2% ist die DBS also auch im Vergleich sehr gut.

    Der Aktienfinder bewertet die Stabilität des Umsatzes bei der DBS mit 0,98 (von maximal 1!). TD kommt ebenfalls auf 0,98 und JPM auf 0,88. Ab 0,80 gilt der Umsatz im Aktienfinder allerdings als stabil. Hier haben somit alle drei Banken sehr gute Werte.

    Margen

    Bei der DBS schwankt die Nettomarge zwischen 33% und 44%. Sie befindet sich aktuell bei knapp über 42%.

    Bei TD ist die Marge stabiler, allerdings auch deutlich niedriger bei nur 20-30%. Bei JPM schwanken die Margen stärker. Vom tief 2009 (8,6%) haben sie sich bis 2017 auf 30% gesteigert und fallen seitdem wieder. Aktuell wird eine Nettomarge von 25,3% ausgewiesen.

    Hier ist der hohe Digitalisierungsgrad der DBS meiner Meinung nach ein großer Vorteil. Sie hat im Vergleich die mit Abstand besten Margen.

    Gewinnentwicklung

    Der Gewinn entwickelt sich bei der DBS sehr sauber. In den letzten 10 Jahren wurde er jährlich um 15% (!!!) gesteigert. Das ist enorm!

    TD kommt in den letzten 10 Jahren auf ein Gewinnwachstum von 10,8%, JPM auf „nur“ 9,9%.

    Hier habe ich ein Screenshot aus der Vorstellung der Zahlen vom Q4 2019 eingefügt. Meiner Meinung nach wird sehr schön dargestellt wie der Nettogewinn um 14% gesteigert werden konnte. Besonders gefällt mir der starke Anstieg im Geschäft mit Gebühren (Fee Income), da ich auch in Zukunft keine steigenden Zinsen erwarte. Die Zinsgewinne würden dann fallen, das Gebührengeschäft würde an Wichtigkeit gewinnen.

    Dividende

    Das Payout-Ratio lag von 2012 bis 2018 konstant zwischen 30% und 40%. Letztes Jahr wurde eine Sonderdividende bezahlt, wodurch die Payout-Quote auf 79% stieg. Analysten erwarten, dass sie in den kommenden Jahren zwischen 50% und 60% liegen wird. Tendenziell wird das Payout eher fallen (bei steigender Dividende).

    TD schüttet ebenfalls seit 2011 zwischen 40% und 50% der Gewinne aus, nachdem sich das Payout von der Finanzkrise erholt hatte.

    Bei JPM war die Ausschüttungsquote recht konstant auf 30%.

    Hier können die aktuellen Dividendeninformationen abgerufen werden, welche auch in dem Bild oben dargestellt sind.

    Seit 2019 wird die Dividende vier Mal im Jahr ausgeschüttet, um den Anlegern mehr regelmäßige Einkommensströme zu ermöglichen. Davor wurde halbjährlich bezahlt.

    Überprüfung nach den Dividendenadel.de Kriterien (magisches Viereck):

    1)      Mindestens 10 Jahre keine Dividendenkürzung: Erfüllt. Keine Kürzung seit 2009.

    §  Durch eine Sonderdividende, welche 2017 gezahlt wurde, war die Dividende 2017 höher als 2018. Da es sich aber um eine Sonderdividende handelt zählt diese für mich nicht. Zuletzt wurde 2009 die Dividende von $0,68 SGD auf $0,56 SGD gekürzt.

    2)      Ausschüttungsquote 3J zwischen 25% und 75%: 63,1%

    3)      Wachstum der letzten 5J: 18,7%

    4)      Dividendenrendite 5J >1%: 5,1%

    Für mich sind alle Kriterien erfüllt. Die DBS besteht den Dividendenadel.de Test.

    Quellensteuer Singapur

    Was mir bei der DBS besonders gut gefällt ist die singapurische Quellensteuer von 0%. Solange der Freibetrag noch nicht ausgeschöpft ist, sollten die Dividenden steuerfrei sein 7.

    Aktienfinder Dividenden-Wachstums-Score

    Im Aktienfinder voreingestellten Dividenden-Wachstums-Score erreicht die DBS 89 von 100 Punkten. Die TD kommt sogar auf 95, JPM auf nur 73 Punkte.

    Die wichtigsten Punkte sind für mich:

    • Die DBS hat die höchste Dividendenrendite und ist trotzdem beim Dividendenwachstum mit JPM gleich auf
    • Bei TD ist die Dividende auch hoch, wächst langsamer, ist dafür aber auch deutlich stabiler als bei der DBS
    • Das Umsatzwachstum der DBS ist am höchsten, gut doppelt so hoch wie bei JPM. Und das bei extremer Umsatzstabilität.
    • Die operative Marge ist bei der DBS mit über 50% mit Abstand am besten.
    • Alle drei Werte sind aktuell nicht überbewertet. Allerdings basieren die Zahlen auf dem aktuellen Kurs und den zuletzt gemeldeten Quartalszahlen. Umsätze/Gewinne/Margen könnten, wie der Kurs es bereits getan hat, fallen. Dadurch würde sich die Bewertung zumindest teilweise stabilisieren.

    Dass die Banken in einigen Kategorien die 100% bei weitem übertreffen kommt der TD zu Gute. Wenn ich mir die Zahlen anschaue, dann hat die DBS die höchste Marge, sauberes Dividenden- und Umsatzwachstum + ist aktuell am günstigsten bewertet (was man auch am KBV sieht, siehe Tabelle aus der Einleitung). Und zusätzlich ist die Dividendenrendite am höchsten.

    Eigen- und Fremdkapital

    Die Schuldenquote der DBS liegt bei 86%, der TD bei 93,9% und die von JPM bei 89,2%. Durchaus alles sehr hohe Werte, aber bei Banken ist das vergleichsweise normal.

    Und auch wenn die DBS laut Aktienfinder zur Schuldentilgung 201 Jahre benötigen würde, ist sie meiner Meinung nach solide finanziert (schließlich hat sie nicht umsonst den Titel „Safest Bank of Asia“ bekommen). Das Kreditrating von S&P von AA- spricht für sich.

    Im Vergleich dazu sieht man auf dem Bild die Ratings von S&P der Staaten weltweit. Die DBS hat ein Kreditrating auf dem Niveau von den USA, dem UK oder Neuseeland.

    Die Wahrscheinlichkeit das eines der Länder mit einem A Rating oder schlechter kreditunfähig wird, ist höher, als dass die DBS in solche Schwierigkeiten kommt. Nur eine Hand voll Staaten auf der Welt haben ein besseres Rating als die DBS (AAA Rating).

    Basierend auf dem S&P Rating und im Vergleich mit anderen Banken ist die DBS meiner Meinung nach bestens finanziert.

    Aktienrückkäufe

    Im Vergleich zu den US-Banken kauft die DBS nahezu keine Kredite zurück. Jedes Jahr wurde zwischen 0% und 1% neue Aktien ausgegeben. Das kann z.B. im Rahmen von Vorstandvergütungen passieren. Laut Aktienfinder wurden 2009 46% neue Aktien ausgeschüttet. Als Aktionär hätte mir das damals nicht so gut gefallen, da die Anteile bestehender Aktionäre dadurch verwässert wurden. Von dieser Verwässerung konnte sich die DBS aber recht schnell erholen. Wie bereits erwähnt entwickelte sich der Gewinn je Aktie ganz zufriedenstellend. Das Ganze ist noch einmal in der Folgenden Abbildung dargestellt.

    Bewertung

    Historisch gesehen ist die DBS günstig bewertet. Das historische KGV (über die letzten 10 Jahre) liegt bei 11,4. Das historische KCV liegt bei 13,6 und die historische Dividendenrendite liegt bei 4,0%.

    Bezogen auf die 2019er Zahlen liegt das KGV bei 10,3, das KCV auf 9,1 und die Dividendenrendite bei 5,8%.

    Unter der Annahme, dass die Dividende gehalten wird (aktuell spricht trotz Corona nichts dagegen, der CEO hat nochmals betont, dass die DBS an der Dividendenpolitik festhält) und die faire Dividendenrendite von 4% bis Ende 2022 wieder erreicht wird, besteht ein Aufholpotential von 92%. Das würde 26,7% jährlich entsprechen.

    Zugegebenermaßen beinhaltet die Rechnung viele Pauschalisierungen und Annahmen, aber die Margin of Safety ist groß. Eine Rendite von >10% p.a. erwarte ich mittelfristig auf jeden Fall (auch wenn 26% p.a. natürlich sehr schön wären).  

    Rendite der Vergangenheit

    Die Rendite in der Vergangenheit war nicht sehr überzeugend. Ohne Dividenden waren die letzten 20 Jahre ein Nullsummenspiel. Mit den Dividenden stehen +85% zu Buche. Das entspricht auch der historischen Dividendenrendite von 4% p.a.8.

    Zusätzlich habe ich ein Backtesting mit dem Portfolio Visualizer durchgeführt. Dort gibt es Daten für alle drei Unternehmen seit 1997. Verglichen mit dem S&P500 eine deutliche Underperformance. Gerade der Unterschied vor der Finanzkrise 2008 finde ich bemerkenswert. Warum der S&P dort die Banken so abgehängt hat kann ich nicht sagen.

    Hätte man aber direkt in der letzten Finanzkrise gekauft, dann hätte man bis 2015 eine Outperformance erzielt. Seitdem hat der S&P500 wieder aufgeholt. Trotzdem wurde eine jährliche Rendite (CAGR) von 12% erreicht. Das ist definitiv nicht schlecht.

    An dem folgenden Diagramm sieht man noch einmal die jährlichen Renditen aller Unternehmen dargestellt. Die Krisenjahre 2000 bis 2002 sowie 2009 waren sowohl für die Banken als auch den S&P500 verlustreich.

    2011 und 2015 waren ebenfalls sehr herausfordernde Jahre, wobei die DBS 2015 am schlechtesten Abgeschnitten hat. Dort ist eine Aktien-/Immobilienblase in China geplatzt. Die DBS konnte aber auch damit gut umgehen. Wenn man in den Geschäftsbericht aus dem Jahr 2015 schaut, findet man je 12% Umsatz- und Gewinnwachstum. Umsatz und Gewinn haben jeweils einen neues Rekordhoch erreicht. Die Dividende wurde von 58ct auf 60ct (SGD) erhöht.

    Quartalszahlen 30.04.2020

    Am 30.04.2020 hat die DBS ihre neusten Zahlen veröffentlicht. Sozusagen ihre ersten „Corona-Zahlen“. Der Nettogewinn brach im ersten Quartal um 29% ein. Was haben die Aktionäre davon gehalten?

    Die Aktie legte um 4% zu. Man hat $1 Mrd. SGD ($772 million USD) zur Seite gepackt, um potentielle Verluste zu überstehen. Die Dividende wird allerdings trotzdem gehalten. Dieses optimistische Zeichen kam bei den Anlegern gut an.

    Der CEO Piyush Gupta sieht das größte Risiko in den fallenden US-Zinsen. Die Margen könnten im zweiten Quartal „quite sharply“ sinken. Er berichtet ebenfalls, dass die Turbulenzen im Ölsektor auch ein Grund für die hohen Rückstellungen sei. Im Öl- und Gassektor habe man noch $23 Mrd. SGD ($16 Mrd. USD) ausstehende Kredite.

    Chancen und Risiken der DBS

    • Banken könnten generell mehr Konkurrenz durch Big Tech bekommen (Amazon & Apple Kreditkarte z.B.). Diese kooperieren aktuell noch mit andere Big Playern (Visa/Mastercard) aus dem Finanzbereich.
    • Private-Equity Gesellschaften und Vermögensverwalter à la BlackRock drücken die Assets under Managment und Gebühren. Hier müssen alle Banken an sich arbeiten und sich entsprechend attraktiv positionieren.
    • Die Notenbanken senken die Zinsen, die Margen der Banken sinken.
    • Banken sind zyklisch. Wie Peter Lynch schon sagte, sollte man diese Aktien im zyklischen Tief kaufen.
    • Chance durch einen Präsidenten in den USA der berechenbarer ist. Wenn Zölle abgeschafft und Handel angetrieben werden, dann sollten auch Singapur und seine Banken profitieren. Eine Wiederwahl Trumps sehe ich daher eher als Risiko, da eine ungewisse und nicht planbare, dafür nationalistische Politik zu erwarten ist.
    • Optimale geografische Lage, um vom Aufstieg Chinas und anderen asiatischen Ländern zu profitieren.

    Fazit - Die DBS ist die beste Bank der Welt

    Die DBS schmückt sich definitiv gerne mit ihren Auszeichnungen. Aber auch als Anleger sich bin ich überzeugt. Sowohl von der DBS als auch von Singapur an sich.

    Die Zahlen der DBS sehen gut aus, auch im Vergleich mit JPM und TD. Die Dividende und das Management sprechen mich sehr an. Piyush Gupta ist schon lange im Amt. Er hat es geschafft die Bank erfolgreich zu digitalisieren. Unter ihm wurde sowohl Wachstum erreicht als auch die Stabilität ausgebaut und das hohe Wachstum trotz der ordentlichen Dividendenrendite.

    Geographisch ist man direkt an China und den umliegenden Emerging Markets dran. Ich sehe hierdurch enorme Wachstumschancen, allerdings auch Risiken. Gerade Trump und sein Handelskrieg könnten zu einem Problem werden. Das Wachstum und vor allem der Handel, von welchem Singapurs Wirtschaft enorm profitiert, könnten stark eingeschränkt werden.

    Die aktuelle Bewertung ist günstig. Sie liegt sogar unter dem Buchwert der DBS. Ich kann mir gut vorstellen, dass die DBS in den nächsten Jahren (hoffentlich dann auch nach Corona) zu ihrer alten Bewertung zurückkehren wird. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Höchststände von Mitte 2018 wieder erreicht werden können. Das entspricht einem Kurspotential von 30% zuzüglich der 6% Dividende.

    Aufgrund der aktuell günstigen Bewertung und der zuvor
    genannten Chancen, ist die DBS definitiv ein Kaufkandidat und die aktuell Beste
    Bank der Welt, auch für Investoren.

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    4 Kommentare

    Hans · 24. Mai 2020 um 11:46

    Ein Analyse bestehend aus wikipedia, aktienfinder und alleaktien. Krass was sich heute alles Analyse schimpft muauaaha

      LT-Investor · 24. Mai 2020 um 12:14

      Schade dass du das so siehst.

      Ich habe viele Informationen von der DBS selbst, aus den Geschaftsberichten und von der IR Seite verwendet. Auch darüber hinaus habe ich weiter recherchiert, siehe zB an der Kreditwürdigkeit.

    Wochenrückblick KW19 - Zukäufe für 1.360€ und 9,79€ Dividende - longterminvesting.de · 9. Mai 2020 um 12:06

    […] Bereits letzte Woche habe ich auf dem Blog eine Analyse zur DBS Bank aus Singapur veröffentlicht (Hier der Link zur DBS Analyse). Ich bin von der Bank sehr überzeugt und sehe große Chancen. Gerade durch den geringen Einstieg […]

    Depotupdate Mai 2020: 2520€ investiert und 56,95€ Erträge, Depot bei 33.182,61€, Performance +1,58% - longterminvesting.de · 7. Juni 2020 um 13:56

    […] der DBS Bank gekauft und bei meinem MSCI EM ETF aufgestockt. Die DBS Bank aus Singapur habe ich in diesem Blogbeitrag analysiert. Auf den Kauf bin ich in meinem Beitrag Wochenrückblick KW19 – Zukäufe für 1.360€ […]

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